Der „Campus“ in Breklum

Es begann in einem Bauernhaus

Kirchliches Zentrum Breklum
Das Missionshaus bildete den Anfang für das kirchliche Zentrum in Breklum.
Bild: Klaus-Uwe Nommensen

Sechs Häuser bilden in dem Ort Breklum ein besonderes Ensemble. Granit-Stelen markieren einen stilisierten Kreuzgang, der die Häuser verbindet.

Das Christian Jensen Kolleg (CJK), das Evangelische Regionalzentrum Westküste (ERW), ein Teil des Zentrums für Mission und Ökumene (ZMÖ), die Verwaltung des Kirchenkreises: Sie bilden das kirchliche Zentrum Nordfrieslands.

Ursprünglich war es ein Bauernhaus. Das heutige Missionshaus beherbergt Seminarräume, Büros von CJK und ZMÖ, und oben unter dem Dach, mit Blick auf Blutbuche oder Park hat das ERW seine Räume.

Wesentlich für den „Campus“ in Breklum als kirchliches Zentrum ist, dass ein Einzelner hier norddeutsche Kirchengeschichte geschrieben hat. Im Ausgang des 19. Jahrhunderts errichtete der Breklumer Pastor Christian Jensen an dieser Stelle ein kirchliches Zentrum, die Keimzelle der Mission und Ökumene der Nordkirche.

Tatkraft und Pioniergeist

Christian Jensen
Der Pioniergeist des Pastors Christian Jensen setzte Akzente.

Es war das Jahr 1873, als der gebürtige Nordfriese Christian Jensen Hauptpastor in der Kirchengemeinde Breklum wurde.

Bereits im dritten Jahr dort begann er, große Pläne umzusetzen: Im Frühjahr 1876 kaufte er das damalige Bauernhaus, das heutige Missionshaus.

Stück für Stück entstand, was auch heute noch sichtbar ist: Eine Druckerei als Zentrum christlicher Publizistik, ein christliches Gymnasium im Norden (Martineum), ein Sanatorium (heute Gästehaus des Christian Jensen Kollegs und Verwaltungszentrum des Kirchenkreises Nordfriesland)sowie die Missionsgesellschaft für Schleswig Holstein (die „Breklumer Mission“).

Bereits 1881 sandte die Missionsgesellschaft Missionare nach Indien, wenig später nach China. Vom „Breklumer Predigerseminar für Amerika“ wurden über 200 Pastoren in die jungen deutschen Einwanderergemeinden nach Amerika und Kanada entsandt. Später folgten Entsendungen nach Tansania, Papua-Neuguinea, Kongo, Kenia sowie Mittelamerika.

So wurde Breklum zu einem frühen Zentrum der Wahrnehmung globaler Verantwortung in dieser Region. Die Missionsarbeit war von Anfang an mit einem hohen Mass an sozialer Verantwortung verbunden. Aus ihr gingen viele Schulen, Kranken- und Waisenhäuser in Übersee hervor.